
Soll doch keiner sagen, dass es hier nicht auch einfache Rezepte gäbe 😉! Die einen wird’s freuen, die anderen enttäuschen – das ist wohl so 😅.
Aber lasst euch nicht täuschen: Geschmacklich ist dieser kleine, unspektakuläre Kuchen eine ernste Konkurrenz zu all den glänzenden Törtchen und Torten. Oder nein, das ist eigentlich auch nicht ganz korrekt, denn man sollte diese beiden Backwerke lieber nicht vergleichen, denn beide haben ihre ganz eigenen Qualitäten.

Der Délice Fruttissimo Kuchen, wie ich ihn genannt habe, ist ein kleiner, sehr saftiger, zarter Kuchen mit getrockneten Früchten, Amarenakirschen und groooßem Aroma.
Die Rezeptinspiration zu diesem Kuchen kommt aus dem Buch L’ecole de la pâtisserie1. Ein Buch mit 100 Rezepten verschiedener Pâtissiers der weltbekannten Gourmetschule Frankreichs, dem Le Cordon bleu.
Ich habe mir ein paar Anpassungen bezüglich der Aromen erlaubt, die dem Inhalt meines Vorratschrankes sowie meinen Vorlieben geschuldet waren. Zu den besonderen Zutaten im Originalrezept erzähle ich euch ganz am Ende des Beitrages noch ein wenig mehr ⬇️.
Offen gestanden, hatte ich gar nicht vor, das Rezept zu verbloggen. Eines Sonntags hatte ich einfach Lust, dieses Rezept auszuprobieren, das ich abends zuvor beim Durchblättern des Buches entdeckt hatte. Einfach ein kleiner Sonntagskuchen nur für meinen Mann und mich ❤️. Fertig gebacken, duftete der Kuchen dann schon so verführerisch, dass mein Mann in die Küche geschlichen kam und wir ihn ungeduldig noch warm anschnitten. Mmmmh, welch ein Genuss, welch ein Aroma! Jetzt waren wir kaum noch zu halten 😅!
Dieses Rezept muss ich mit meinen LeserInnen teilen, sagte ich mir! Kurz entschlossen schnappte ich mir den bereits angeschnittenen Kuchen vom Kaffeetisch und baute schnell ein Fotoset auf. Ihr könnt euch vorstellen, dass uns der Kuchen dann, kaum dass die Fotos im Kasten waren, endgültig zum Opfer fiel 😅.

Délice Fruttissimo-Kuchen
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Verwendete Form: Mini Kastenform ca. 18 cm1
Teig
- 50 g Soft-Aprikosen
- 50 g Soft-Feigen (Originalrezept: Poires tapées – altern. (Soft-Birnen)
- 40 g Amarena Kirschen1, abgetropft
- 1 El. Amaretto Likör (Originalrezept: Orangenlikör: z.B. Grand Marnier)
- 110 g weiche Butter
- 70 g Puderzucker
- 1 Prise Salz
- 1 Ei, Gr. L
- 1 Eigelb
- 110 g Mehl
- ½ Teel. Backpulver
- 1 El. Amarettolikör (Orangenlikör)
Die getrockneten Früchte in kleine Stücke schneiden und mit dem Amaretto vermengen. 10 Minuten mazerieren lassen. Anschließend 2 El. von der oben angegebenen Mehlmenge abnehmen, zu den Früchten geben und gut vermengen.
Den Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze aufheizen. Die Backform fetten und ggf. mit Backpapier auslegen.
Die weiche Butter mit dem Puderzucker cremig rühren, das Ei und das Eigelb gut untermixen. Mehl und Backpulver mischen und darüber sieben. Zusammen mit dem Amaretto zu einem glatten Teig verrühren. Zum Schluss die vorbereiteten Früchte mit einem Löffel unter den Teig rühren.
Den Teig in die vorbereitete Backform füllen und ca. 35 Minuten backen. Bitte unbedingt zwischendurch eine Stäbchenprobe machen, da jeder Backofen und auch die Backformen sich unterscheiden können.
Tränke
- 60 g gepresster Orangensaft
- 30 g Zucker
- 1 El. Amaretto Likör (Orangenlikör)
Orangensaft und Zucker aufkochen und 2-3 Minuten leise köcheln lassen. Vom Herd nehmen und den Amaretto Likör hinzufügen. Abkühlen lassen.


Den heißen Kuchen mit der Flüssigkeit tränken und anschließend komplett abkühlen lassen. Nach Wunsch vor dem Servieren mit Puderzucker übersieben.
Mit Klick auf das Rezeptfoto gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren PDF:

Das Originalrezept verlangte nach Poires tapées 🤔
Im Originalrezept werden, anstatt der von mir eingesetzten Feigen, Poires tapées de Touraine (geklopfte Birnen) verwendet. Das sind, auf spezielle Weise getrocknete Birnen, eine Delikatesse aus dem Departement Indre-et-Loire in Frankreich. Die Birnen werden geschält, pochiert und über mehrere Tage in Holzöfen getrocknet. Anschließend werden sie mit speziellen Werkzeugen flachgeklopft, um die Luft entweichen zu lassen, und nochmals getrocknet, um so die Haltbarkeit zu verlängern. In Weidenkörben gelagert, sollen sie so bis zu 15 Jahre haltbar sein! Nicht umsonst hat man sie also den Seefahrern als Proviant mit an Bord gegeben. Man isst sie heute aber normalerweise nicht einfach so wie Trockenfrüchte, sondern man rehydriert sie durch Kochen oder Einlegen in gewürztem Wein, Likör oder Sirup.
Wer von euch das Glück hat, diese Poires tapées zu ergattern, dem lege ich dieses Rezept noch einmal mehr ans Herz. Ich weiß auf jeden Fall, was ich aus dem nächsten Frankreichurlaub mitbringen werde 😉.
Den Orangenlikör habe ich mit Amaretto ersetzt, weil ich den einfach so viel lieber mag! Das würde ich auch immer wieder so machen, selbst wenn ich die oben genannten Birnen zur Verfügung hätte! Wir empfanden alle das Aroma als perfekt passend.
Ich hoffe, euch haben dieser kleine Ausflug und das Rezept Spaß gemacht.
Ganz liebe Grüße Maren ❤️ ❤️ ❤️

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